Die Opfer-Apartheid der Medien

Hessenhenker - der Galgenhumor-Blog

Fast hätte ich heute mittag auf Buurmans Blog der verletzten Kölner OB-Kandidatin und Sozialdezernentin Henriette Reker alles Gute gewünscht.
Ein gutmenschlicher Reflex.

In den Kommentarspalten der Presse wird fleißig gute Besserung gewünscht.
Eine Kölner Zeitung schreibt: „Der Angriff hat unser aller Leben verändert“.
Jedoch stehen die meisten Opfer von Messerangriffen überhaupt nicht überregional in den Zeitungen. Die meisten Opfer solcher Angriffe sind tot, was aber trotzdem nicht „unser aller Leben“ von Kölner Journalisten verändert hat. Im Gegenteil, normalerweise wird verharmlost: wäre Frau Reker nicht Sozialdezernentin und von mehreren Parteien unterstützte OB-Kandidatin, vielleicht würde in den Zeitungen gar nicht drinstehen daß sie zusammen mit 5 anderen von einem Messerstecher verletzt worden ist.
Normalerweise lautet die Sprachregelung in den Medien: „bei einer Messerstecherei verletzt“, so als habe das Opfer in einem Messer-Zweikampf nur den Kürzeren gezogen.

Wenn man als Opfer grad zufällig mal kein OB-Kandidat ist, so wie ich zu dem Zeitpunkt…

Ursprünglichen Post anzeigen 42 weitere Wörter

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